Während andere Mannschaften im Handball – auch in der dritten Liga – für ein Trainingslager sämtliche letzten Sponsorengelder zusammenkratzen und in ein Landschulheim nach Hessen oder Thüringen fahren, veranstaltet der TuS Ferndorf seins zuhause. In der Stählerwiese in Kreuztal. Eben da, wo auch die Heimspiele ausgetragen werden. Nach der Vorbereitung bisher, in der die TuS-Spieler hauptsächlich Kondition gebolzt haben, standen an diesem Wochenende viele spieltaktische Dinge im Vordergrund. Ein Beispiel: Wie reagiert die Ferndorfer Mannschaft am besten auf eine Manndeckung gegen Christian Rommelfanger auf Halblinks? Zu erwarten ist eine solche Maßnahme gegen den sprung- und wurfstarken Neuzugang auf jeden Fall.
Im Testspiel gegen die HSG Menden/Lendringsen kam Rommelfanger nicht so zum Krachen, wie in einigen Vorbereitungsspielen zuvor. Das war auch einer Handverletzung geschuldet, die sich der Rechtshänder zuzog – hoffentlich ist da nicht mehr passiert. Auch Ceven Klatt hatte am Morgen im Training einen Schlag in die Wade abbekommen und lief nicht rund. Christian Stelzenbach konnte am Samstag wegen beruflicher Verpflichtungen gar nicht dabei sein, so dass im Menden-Spiel zeitweise Tim Hilger als Aushilfskreisläufer unterwegs war. Im Rückraum musste Michael Feldmann schon Mitte der ersten Halbzeit nach einem Griff ins Auge passen, auf Halbrechts fehlt Carsten Lange ohnehin. Und auch sonst wechselte Trainer Caslav Dincic munter durch, mal tauchte Frieder Krause auf der Mittelposition auf, dann wechselte sich Rommelfanger mit Hilger und Lerscht auf Halblinks ab.

Menden hatte keine Lust, den Ferndorfern das Durchkommen leicht zu machen. Hier erfahren das Michael Lerscht und Ceven Klatt.
Noch dazu präsentierte sich die HSG Menden/Lendringsen als guter, aggressiver Gegner, der bis zum 10:10 in der 22. Minute Paroli bot und oft führte. Bei Ferndorf lief auch wegen der oben aufgezählten Personalprobleme nicht alles rund, aber auffällig war, wie viele Freistellungen regelrecht versemmelt wurden. Mendens Keeper Mathias Kohl sah dabei phasenweise phänomenal aus, was mitunter auch daran lag, dass sich Ferndorfs Schützen scheinbar weigerten, woanders als in seinen Armbereich zu werfen. Als der Oberligist nach der Pause zusehends abbaute und auch von der Bank keinen Ersatz in adäquater Stärke bringen konnte, zogen die Siegerländer dann davon. Eine starke Leistung zeigte Max Hamers im Kasten des TuS – der aus Wermelskirchen gekommene Keeper bleibt bei Gegenstößen lange stehen, reagiert dann blitzschnell und stellt sich schnell auf Schussbilder des Gegners ein. Und auch David Wellen zeigte in der ersten Halbzeit, dass er den Kampf um einen Platz im Tor durchaus annimmt. Kai Rottschäfer fehlte in der Trainingseinheit vor dem Spiel aus privaten Gründen, kam gegen Menden nicht zum Einsatz.
Am Ende stand ein 34:26-Erfolg zu Buche, der aber insgesamt eher weniger aussagekräftig sein dürfte. Auch deshalb war Trainer Dincic nach der Partie durchaus entspannt, während das am Rande der laufenden Partie noch teilweise etwas anders ausgesehen hatte. Klar, dass der Serbe auch bei Personalnot und einer Aufstellung, die so wohl nicht oft zusammen spielen wird das Maximum herausholen will. Auf der halbrechten Position tut sich derzeit bei den Ferndorfern immer noch die größte Baustelle auf. Carsten Langes Ausfall wiegt schwer, der perfekte Ersatz wäre eine Kombination aus Rückraum und Außen. Peter Dettling kommt zwar immer besser in Fahrt und hatte auch gegen Menden einige gute Aktionen, mit zwei Linkshändern in die Saison zu gehen dürfte aber dennoch ein Risiko sein.
Kein Zufall war es, dass sich Timo Blanz die Partie in der Stählerwiese ebenfalls anschaute. Der lange Rückraumschütze ist zwar Rechtshänder, könnte aber wohl auch auf Halbrechts mit seinen Granaten für Alarm sorgen. Die Siegener Zeitung hatte bereits auf diese Personalie hingewiesen. Eine Entscheidung ist in dieser Sache aber noch lange nicht gefallen. Einem anderen Linkshänder hatte Manager Harald Münker abgesagt, da der nicht ins TuS-Spielsystem passte.
Zwei Wochen noch bis zum Saisonstart in der Dritten Liga – so langsam kribbelt es auch beim Publikum. Rund 250 Zuschauer sahen sich das Menden-Spiel an. Gegen Aldekerk am 11. September dürfte die Stählerwiese – dann mit neuem Foyer – wohl wieder voll werden.

Peter Dettling schaut hier eher skeptisch - zurecht. Der Wurf passte nicht. Alle drei Tore des gebürtigen Diezers fielen in der zweiten Halbzeit.





1 Kommentar
Kommentar by dschaefer — 30. August 2010 @ 22:09
Upsi!
Bei so vielen “links” und “rechts” und “links” kommt man wohl durcheinander…. zweimal halblinks mit halbrechts verwechselt.
So. Ist aber korrigiert.
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