Siegerland-Sport

Feb20

Julian Schneider mit einer couragierten Leistung zu vier Toren.

Dennis Aust wirft. Und trifft. Zum 14. Mal an diesem Abend schlägt ein Aust-Ball im Uerdinger Tor ein, es steht 32:30 für den TuS Ferndorf, noch eine Minute zu spielen. Angriff Bayer. Max Hamers hält gegen Thomas, der Keeper ballt die Faust, die Zuschauer stehen auf, klatschen, wollen den Sieg feiern. Caslav Dincic legt an der Seitenlinie die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch, Auszeit Ferndorf. Dincic bringt gegen die jetzt offene Manndeckung von Bayer Uerdingen schnelle, kleine Spieler. Anpfiff. Noch 35 Sekunden. Peter Dettlings Pass wird abgefangen, Alexander Schult schließt den Konter ab, Dettling foult und muss mit Zeitstrafe raus. 32:31. Ballbesitz TuS, noch 15 Sekunden. Es wird leiser in der Kreuztaler Stählerwiese. Wieder Ballverlust Ferndorf, aber Alen Sijaric erobert den Ball zurück. Sein Bruder Mirza kommt an den Ball, Uerdingen spritzt dazwischen, Ball ist weg, vorne kommt Schult wieder an den Ball und netzt eine Sekunde vor Ende zum Ausgleich ein.

Das war der Spielfilm der letzten Sekunden in Kreuztal, in denen der TuS Ferndorf einen fast schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand schenkte. Ein ärgerlicher Punktverlust aufgrund der letzten Minuten – ein verdientes Unentschieden für die Gäste von Bayer Uerdingen, wenn man die gesamte Spielzeit betrachtet. Schon zur Pause hatte das Team von Jörg Förderer mit zwei Toren geführt, nachdem Ferndorf ab der 20. Minute in der Deckung nachgelassen hatte, mit der neuen Variante nicht ganz klar kam. Aus dem Rückraum saßen zu viele Bälle, auch der Kreisläufer stand immer wieder blank – immerhin konnte Max Hamers einige Bälle von Damian Janus vom Kreis parieren. Der grippegeschwächte Michael Feldmann saß noch nicht mal auf der Bank, Christian Rommelfanger wurde wegen seiner immer noch anhaltenden Probleme mit der Fußverletzung nur nach der Pause kurz eingesetzt.

Alen Sijaric durch die Hosenträger von Bayer-Keeper Köß.

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich die Defensive der Siegerländer wieder, Kai Rottschäfer kam für Max Hamers zwischen die Pfosten, Ceven Klatt ersetzte den ausgepumpten Christian Stelzenbach. Aber mehr als der Ausgleich oder mal eine knappe Führung war nicht drin, weil Uerdingen mit Kasal (wirbelte im Eins-gegen-Eins), Thomas und Pannen die Ferndorfer viel beschäftigten. Vor allem Thomas Pannen kam immer wieder zum Torerfolg. Als Kai Rottschäfer einen Siebenmeter hielt und Youngster Julian Schneider zum 31:30 trifft, scheint alles für den TuS zu laufen. Siehe Spielfilm oben….

“Das ist Sport, so etwas passiert leider. Meine Mannschaft wollte wohl zu viel, das geht dann leicht in die Hose. Wir haben extra in der Auszeit besprochen, was wir nicht machen wollten und haben genau die Fehler dann doch gemacht. Ich kann nicht ganz verstehen, wie so erfahrene Spieler solche Fehler machen können. Wir müssen daraus jetzt die Lehren ziehen, die Abwehr war nicht so, wie ich mir das vorstelle”,

gab Trainer Dincic nach der Partie zu Wort.

Ein ärgerliches Unentschieden für den TuS Ferndorf, vor allem im Hinblick auf das Ergebnis des Leichlinger TV – der Sprung an die Tabellenspitze wurde verpasst. Legt man aber in Schalksmühle mit einem Sieg nach und gewinnt auch das Nachholspiel in Nordhemmern, grüßt der TuS vielleicht in zwei Wochen wieder von Platz eins. So schnell kann das gehen.

Abschließend noch ein Interview, das ich mit Kai Rottschäfer nach dem Spiel geführt habe:

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