Siegerland-Sport
  • Sep26

    Es gab schon harmonischere Spieler-Schiri-Verhältnisse als heute im Leimbachstadion.

    Ob‘s an mir lag? Seit Urzeiten habe ich noch mal für Radio Siegen ein Spiel der Sportfreunde Siegen kommentiert und schwupps – direkt verwandelt sich das Leimbachstadion in einen Hexenkessel. Gut, ich will zugeben: Die Lorbeeren dafür gehen wohl eher an einen Herrn namens Felix Schmitz aus Xanten. Der Schiedsrichter des Spiels gegen den FC Wegberg-Beeck (2:2 am Ende) sollte in naher Zukunft zumindest nicht darauf setzen, im näheren Umfeld des Leimbachstadions Bauland kaufen zu können. Die Fans des Siegener NRW-Ligisten waren nach zahlreichen strittigen Entscheidungen jedenfalls nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen.

    Sicher, dem Sportfreunde-Torschützen Sebastian Huke nach dessen Jubelarie über den 2:1-Treffer die gelbe Karte zu zeigen, zeugte nicht sonderlich von Fingerspitzengefühl. Die eingesprungene Sense des Herrn Huke nur vier Minuten später war jedoch noch viel unsensibler. Mit Gelb im Nacken steigen nur besonders Duschwillige an der Außenlinie so in einen Zweikampf ein.
    Zu diesem Zeitpunkt war die erste Halbzeit bereits Geschichte. Weiterlesen…

  • Sep26

    Sieben kräftige Türsteher in signalroten Klamotten, die zu jedem Ball sagen: “Du kommst hier net rein”. Bisschen gewöhnungsbedürftig, aber durchaus passend, dieses Bild. So war es beim Heimspiel des TuS Ferndorf gegen den TuS Wermelskirchen – einem echten Topspiel der Dritten Liga. Angemessen starke Leistungen und große Spannung sahen die rund 1000 Zuschauer in Kreuztal. Alles überragt jedoch von der bollwerkartigen Leistung der Ferndorfer. Nein, Bollwerk ist eigentlich der falsche Vergleich, ein Bollwerk steht fest, kompakt und unbeweglich. Genau das war die Abwehr der Dincic-Mannschaft aber nicht. Sondern wendig, schnell, aggressiv und offensiv. Die offene 3-2-1-Formation, die Caslav Dincic für seinen Tempohandball so gerne sieht, funktionierte gegen die Wermelskirchener wie aus dem Lehrbuch.

    Zwei gegen Peter: Ferndorfs Linkshänder Dettling in Bedrängung. Aust wartet am Kreis.

    Tim Hilger als Turm am Kreis, der Robert Heinrichs zumindest in der ersten Halbzeit nicht einen einzigen Stich ließ, dazu zwei unermüdliche Halbspieler, mitverschiebende und mitdenkende Außen und ein Christian Stelzenbach in der offensiven Mitte, der bärenstark höchsten Alarm gegen den Gegner machte. Die Defensivleistung in den ersten 20 Minuten der Partie war so ziemlich das Beste, was ich in den letzten Jahren in Ferndorf gesehen habe, kein Wunder also, dass man gegen die Rheinländer mit 10:3 führte. Immer wieder ins Zeitspiel gewzungen, hatten die mit langen Positionsangriffen kaum ein Mittel gegen den TuS Ferndorf. Trainer Lars Hepp ging am Spielfeldrand der Hut hoch.

    Sein Gegenüber Caslav Dincic konnte zufrieden sein, war es auch. Neben der Abwehr vor allem auch mit Torwart Max Hamers. Der hatte mir gegenüber noch am Donnerstag angedeutet, dass er leistungsmäßig mehr von sich erwartet – das heute war ein dickes Ausrufezeichen hinter einer Antwort auf diese Aussage. Bombenleistung in Halbzeit eins, schnelle Reaktionen, wenn der Ball mal durchkam, war Hamers da. Weiterlesen…

  • Sep24

    Kein Grund zur Skepsis: Erndtebrücks Keeper Timo Bäcker

    Gelegentliche Schauer, Wolkendecke und hin und wieder auch mal die Sonne: Die Wetterprognosen für das letzte September-Wochenende könnte besser sein. Wo ist er denn, der “goldene Herbst”? Kommt wohl noch. Fußballspielen kann man allemal bei diesem Wetter, auch wenn’s mal nass wird. Und Fußballspielen sollte man auch, gerade jetzt, wo es in der Westfalenliga für die beiden Teams aus Siegen-Wittgenstein so gut läuft. Der TuS Erndtebrück macht ja genau da weiter, wo sie letztes Jahr aufgehört haben: Richtig souverän vorne mitmischen. Und nicht nur mitmischen, sie haben sogar voll die Karten in der Hand. Spitzenreiter mit einem Punkt Vorsprung sind die Wittgensteiner.

    Da sollte am Sonntag auch der TuS Hordel kein Angstgegner sein, die Bochumer Vorstädter sind derzeit Sechster. Und im Zweifelsfall gilt ja im Moment beim TuS Erndtebrück ohnehin: Wenn nix mehr hilft, Pille nach vorne und den Sinaba hinterherschicken. Der macht schon ein Pöttchen.

    Die Käner stehen vor dem Nachbarschaftsduell gegen die SpVg Olpe. Das Team von Didi Schacht hat sich mittlerweile akklimatisiert in der neuen Liga, entzauberte zuletzt Sprockhövel und will gegen die Sauerländer nachlegen. Weiterlesen…

  • Sep23

    Wer acht Gegentore in einer Halbzeit von einem Zweitligisten kassiert, kann zufrieden sein. Und das war dann auch die einhellige Meinung in Kreuztal nach dem Pokal-Aus des TuS Ferndorf gegen die HG Saarlouis: Mit der Abwehrleistung der zweiten Halbzeit kann man zufrieden sein. Mit dem Rest des Spiels allerdings nicht so ganz. Schade, schade, TuS. Am Ende 29:30 verloren. Die Chance auf eine Überraschung und den Einzug in die nächste DHB-Pokalrunde haben sich die Ferndorfer Spieler vor nur 450 Zuschauern in der Stählerwiese ein Stück weit selbst verbaut – mit tatkräftiger Hilfe der Schiedsrichter, übrigens. Aber dazu später mehr.

    Der starke Dado Grigic kann hier nur hinterhersehen, als Christian Stelzenbach trifft.

    Das Spiel begann schnell, beide Mannschaften wie die Jungs in Rot, die dahin müssen, wo’s heiß ist: Wie die Feuerwehr. Tore hier, Tore da – ganz im Gegenteil zum pomadigen Auftritt der Ferndorfer am Sonntag in Aurich. 5:5 nach fast sechs Minuten – zu dem Zeitpunkt war bei den Ostfriesen noch kein Tor gefallen. Der TuS zeigte in der ersten Halbzeit durchaus eine gute Chancenverwertung. Die Angriffe saßen, stellenweise mit schönen Spielzügen, schnellen Pässen durchgesteckt auf Außen. Das Problem waren die 22 Gegentore, die sich die Dincic-Sieben vor dem Seitenwechsel einhandelte. Weiterlesen…

  • Sep20

    Zwei Tage sind vorbei, zwei Tage Zeit, in denen die Spekulationen, Meinungen und Analysen zum 0:2 der Sportfreunde Siegen bei Germania Windeck ordentlich gesprossen sind. Man liest viel über dieses Spiel, die Aufstellung, den Trainer und die Spieler, sowie deren Einstellung. Liegt wohl auch daran, dass die Sportfreunde mit der Partie in Aachen eine englische Woche haben und die mediale Schlagzahl dadurch generell etwas höher ist als sonst.

    Nachdenklich nach dem 0:2 gegen Windeck. Siegens Coach Rudy.

    Sicher, der Auftritt in Bonn gegen Windeck war schlecht, das wird wohl auch kein Verantwortlicher des Vereins bestreiten und hat es auch nicht. Auch nicht Lutz Lindemann im Interview bei der Siegener Zeitung:

    “Vielleicht wäre es besser gewesen, nur mit einer Spitze und dafür mit einer Doppel-6 zu spielen. So wurden gerade im zentralen Bereich vor der Abwehr unsere Schwachstellen offenbart. Man konnte fast minütlich mit dem ersten Gegentor rechnen.”

    Klare Worte, klare Ansagen. Alles andere hilft dem Verein auch nicht. Klar angesagt: Andrzej Rudy trägt eine Mitschuld an der Niederlage, das hat der polnische Trainer auch unumwunden zugegeben. Weiterlesen…

  • Sep19

    Tolle Stimmung in Aurich - schon beim Einlauf.

    „Das war eigentlich unnötig“, hatte man nach dem 26:29 des TuS Ferndorf beim OHV Aurich im Gefühl. Eine zumindest vermeidbare Niederlage war das, wenn, ja wenn, der TuS in Normalform gewesen wäre. Einen Tag nach dem 50. Geburtstag von Trainer Caslav Dincic war sein Team aber nicht in der Stimmung, Geschenke zu verteilen – und wenn, dann nur an den Gegner. In der wirklich traumhaften Handball-Halle in Aurich herrschte von Beginn an eine absolut Zweitligareife Stimmung. Knapp 1500 Besucher, davon 25 aus Ferndorf, sorgten mit Trommeln, Klatschen, Bannern, Fahnen, Megafonen und Sirenen für Gänsehautfeeling. Scheinbar auch bei den TuS-Spielern, denn die zeigten sich durchaus beeindruckt.

    „Wir haben es heute nicht geschafft, den Druck dieser Atmosphäre abzulegen und haben auf vielen Positionen versagt. Wir haben nicht gezeigt, was wir können. Ich bin von einigen Spielern enttäuscht“,

    machte Trainer Dincic seinem Ärger Luft. Zu viele Ballverluste, zu viele technische Fehler und Schnitze auch in der sonst gelobten Abwehr – da hatte es auch ein Team wie der OHV Aurich leicht. Weiterlesen…

  • Sep17

    pauli ./. hsv2 15.10.06 nordkurve

    Etwas mehr Selbstbewusstsein könnten die St.Pauli-Fans schon haben... Foto von: malin156

    Ja, hallo? Was hat sich der liebe Gott denn dabei gedacht? Im Fußball hagelt es Derby, als gäb’s kein Morgen. Da kann sich der NRW-Tag in Siegen mal schön ‘ne Scheibe abschneiden! DAS sind Events.

    Die Mutter aller Derbys steigt in Gelsenkirchen. Schalke gegen Dortmund. Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb. Magath gegen Klopp. Krisen-Knappen gegen Europaleague-Euphorie. Wahnsinn. Genug Wortspiele jetzt. Sonntag läuft der Hase und dann werden wir sehen, wo der Pfeffer beim Korn im Bett liegt.

    Dazu kommen noch vier (!!!!) weitere Derbys. FC St. Pauli gegen den Hamburger SV. Union Berlin gegen Hertha BSC Berlin. VfL Wolfsburg gegen Hannover 96 und in der NRW-Liga sogar noch Schwarz-Weiß Essen gegen Rot-Weiss Essen. Da weiß man gar nicht, wo man zuerst zuguckt. Und das treibt natürlich auch kuriose Blüten. Zum Beispiel reist Hertha BSC Berlin zum Derby einen Tag früher an. Bei 32,2 Kilometern Anfahrt. Derby, halt.

  • Sep16

    Dreimal Paddy. Der Junge aus Alchen ist wieder da. Drei Tore zaubert Patrick Helmes für Bayer Leverkusen in der Europaleague gegen Rosenborg Trondheim und macht damit mal ‘ne ganz klare Ansage an Stefan “the kieß” Kießling und Eren Derdiyok. “Jungs, hier komme ich. Platz da.” Nach einer saustarken Vorbereitung hatte sich der Siegerländer kurz vor Saisonbeginn verletzt und musste vorerst passen. Vorbei! Da isser wieder! Spätestens mit den drei Buden in der EL gegen die Norweger sollte dann wohl auch Jupp Heynckes und Jogi Löw klar sein, dass man mit dem Mann wieder rechnen kann und muss.

    Gleichzeitig sollten sich die Verantwortlichen bei Bayer Leverkusen ruhig mal fragen, ob sie sich beim Ligakonkurrenten Schalke vielleicht doch irgendwie angesteckt haben. Das Einkaufsgen geholt. Schürrle für acht bis elf Millionen Euro von Mainz geholt… geht’s noch? 35 Ligaspiele, 7 Tore, 3 Assists – ordentliche Quote für einen 19jährigen, keine Frage. Aber der teuerste Transfer der Leverkusener Vereinsgeschichte? Da bleibe ich skeptisch, selbst bei einem Talent. Zu viele Baumjohanns und Schlaudraffs und Raus und andere junge, mit Lorbeeren und Kohle überhäuften Talente. Sympathisch ist nur, dass Mainz jetzt einen Haufen Knete kassiert. Das gönne ich denen.

    Und Borussia Dortmund? Was geht denn da?? 4:3 nach 2:0 nach 2:2 nach 2:3 nach 3:3. So ungefähr. Hammer. Soviel zum Vorurteil, der Ausflug nach Kasachstan wäre eine langweilige Pflichtaufgabe. Schön auch, dass der Kicker die richtige Umschreibung in der Überschrift findet: “BVB mit einem Höllenritt!