Was Gaelic Football mit dem Körper macht, kann man nur schwer beschreiben. Ich möchte einen gelungenen, sehr eindrucksvollen Spiegel-Online-Artikel über diese irischste aller Sportarten zum Anlass nehmen, um meine eigenen Erfahrungen mit Gaelic Football zu beschreiben. Ich bin seit 1999 mehr als ein Dutzend Mal in Irland gewesen – manchmal für drei Wochen, manchmal für zwei Monate. Manchmal alleine, manchmal mit Freunden, einmal mit meiner Ex-Freundin. Ich habe sehr, sehr viel von der grünen Insel gesehen und die Menschen dort sehr gut kennengelernt. In dem Dorf, in das ich regelmäßig fahre, bin ich quasi in die Gemeinschaft aufgenommen worden. Ich wurde zu Hochzeiten eingeladen, zu Beerdigungen gebeten, man hat versucht, mir eine Kuh zu schenken und ein Stück Land zu verkaufen. Und mehr als einmal habe ich mit den Menschen dort bis spät in der Nacht, weit über die Sperrstunde hinaus, im Pub bei dem schwarzen Guinness gesessen.
Aber nie, niemals, habe ich die Menschen in Irland eindrucksvoller erlebt als beim Gaelic Football. Nie habe ich sie leidenschaftlicher, engagierter, bewegter, enttäuschter, enthusiastischer oder betrübter erlebt, als am Rand des kleinen Stück Rasens etwas außerhalb des Dorfes.
Im Gaelic Football findet sich alles wieder, was Irland ausmacht. Die Ehrlichkeit, die Verzweiflung, die Bitterkeit mancher Menschen, die Härte der Inselbewohner, die Freundlichkeit, die raue Schroffheit, die Emotionen, der ewige Kampf einer ausgebeuteten Nation. Weiterlesen…







