Siegerland-Sport
  • Mrz20

    Spitzenmannschaft, die (w., Sub.) sport. = eine Sportmannschaft, die durch verschiedene Arten der Überlegenheit regelmäßig im Umfeld ihrer jeweiligen Spiel- oder Wettkampfklasse Spitzenleistungen bringt. Dabei oft mit dem Zusatzwert, auch schwierige Spiele oder solche, in denen sie nicht in bester Tages- oder Spielform auftritt, für sich zu entscheiden.

    Wieder mal Garant für gegnerische Zeitstrafen, eigene Siebenmeter, starke Zweikämpfe und Spielbelebung: Julian Schneider.

    Zugegeben, diesen Lexikoneintrag habe ich erfunden, es könnte ihn aber geben. Und dieser Definition nach zu urteilen, befindet sich der TuS Ferndorf in der dritten Handball-Liga zumindest auf dem Weg zu einer Spitzenmannschaft. Denn obwohl das Team aus Ferndorf beim Auswärtsspiel bei Eintracht Hagen wahrlich nicht den besten Tag erwischt hatte, fuhren die zwei Punkte nach dem 29:26-Erfolg zusammen mit den rund 300 Fans in zwei Fanbussen und zahlreichen Privat-PKW wieder mit zurück ins Siegerland. In der Tabelle – auch das ein weiteres Anzeichen für die zutreffende Bezeichnung – bleibt der TuS damit weiter spitze, nämlich Tabellenerster. Weiterlesen…

  • Mrz17

    Ein Wort dazu: Unfassbar.

  • Mrz16

    Linkshänder Carsten Lange ist wieder voll ins Training beim TuS Ferndorf eingestiegen. Die Handballer hatten seit August auf Lange verzichten müssen, der sich in einem Vorbereitungsspiel zur Drittliga-Saison einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Noch in der vergangenen Saison war Carsten Lange der erfolgreichste Schütze der Ferndorfer gewesen. Seit Dienstagabend ist er nun wieder voll dabei, braucht aber noch einige Wochen Aufbauzeit. Hier ein Interview mit Carsten, das ich vergangene Woche geführt habe:

  • Mrz15

    Warum Torhüter in der Fußball-Bundesliga nur immer über Eier sprechen müssen…. Aber naja. Immerhin hat dieser Mann welche. Frank Rost, Torhüter des Hamburger SVs, am Samstag leidgeprüfter Mittäter beim lustigen Scheibenschießen auf sein Gehäuse in München. Er spricht von “enteierten Menschen”. Der HSV zerfiel in München beim 0:6 so deutlich, da waren noch nicht mal mehr Einzelteile zu sehen. Die Clubführung: Ein Haufen Ahnungsloser, Besserwisser und Möchtegerne, der Trainer entlassen, der neue Sportchef noch nicht da, der alte Sportchef ohne Macht, der Vorstandsvorsitzende zum Saisonende gekündigt, die Mitglieder in Aufruhr, der Aufsichtsrat gegen alle.

    Wohin geht die Reise der Hansestadt-Kicker im Jahr 2011? Fakt ist, es gibt kaum einen Verein, bei dem so viel in Trümmern liegt wie beim HSV. Selbst die angeblich diktatorischen Verhältnisse im Blau-Weißen Sumpf auf Schalke sind verglichen mit dem Schlachtfeld im Norden noch paradiesische Zustände. Schön, dass jetzt Torwart Frank Rost, ohnehin ein Mann der klaren Worte, mal Tacheles redet. Ein bemerkenswertes Interview bei LigaTotal, hier abgefilmt vom TV bei youtube zu sehen. Der Mann hat Eier.

    YouTube Preview Image

    In einem Interview oder einer Stellungnahme meinte übrigens Bastian Reinhardt (seines Zeichens noch in Amt und – naja – Würden als Sportchef):

    “Es kann nicht sein, dass er (Rost, Anm.) immer wieder dazu beiträgt, den Verein zu beschädigen”.

    Er. Rost. Beschädigt den Verein. Diesen Verein. Ahja. Da muss man dann auch nichts mehr zu sagen.

  • Mrz15

    „Es zeigt, dass die Mannschaft intakt ist“, erklärte Lutz Lindemann nach dem Spiel. Und damit hat er wohl ohne Zweifel recht. Wer nach einem 0:3 noch 4:3 gewinnt, kann keine Moralprobleme haben. Wer nach so einer ersten Halbzeit noch mal zurückkommt, in dem steckt noch jede Menge Feuer und Leidenschaft. Und wer solche Tore schießt, so aufopferungsvoll in der zweiten Hälfte kämpft und so ackert, der spielt auch für den Trainer. Andrzej Rudy wirkte angeschlagen nach dem Spiel auf der Pressekonferenz, die Vorfälle der letzten Wochen in Siegen sind alles andere als spurlos an dem Trainer der Siegener vorübergegangen.

    Mal rein sportlich betrachtet war es immerhin schon das zweite Mal in Folge, dass sein Team ihn am Spielfeldrand einem Wechselbad der Gefühle aussetzt und einen Rückstand umbiegt. Nach dem 0:3 zur Pause hätte wohl kaum einer der offiziell 1526 Zuschauer im Leimbachstadion (von denen bei der Zählung wieder einige Bierholen waren) noch auf die Sportfreunde gesetzt. Vielmehr musste man Angst vor einer veritablen Klatsche haben, so “blutleer” (Zitat Lindemann) und leidenschaftslos, so defensiv, so schwach hatten sich die Rot-Weißen gegen die Gelb-Schwarzen angestellt. In der Pause soll es dann in der Kabine zu Motivationstaktiken ganz besonderer Art gekommen sein. Rudy habe seine Spieler gefragt, wer ihn denn heute auf der anschließenden Pressekonferenz vertreten wolle, um dieses Debakel zu erklären. Überraschenderweise niemand. Und irgendwie war sich Rudy wohl sicher, dass seine Jungs das noch umbiegen könnten, denn er sagte – überliefert – zu Lutz Lindemann beim Verlassen der Halbzeitkabine: “Wir machen heute noch sechs Tore.” Weiterlesen…

  • Mrz14

    Es ging hart zur Sache in beiden Abwehrreihen. Hier besteht Tim Hilger den Trikottest von Mindens Hane.

    Der Hexenkessel Stählerwiese – selten war wohl die Stimmung so explosiv, so fesselnd, so packend und laut wie am Samstag im Spitzenspiel des TuS Ferndorf gegen GWD Minden II. Als Mirza Sijaric einen holprigen Pass von Tim Hilger drei Sekunden vor dem Ende der Partie aufnahm, lang in den Kreis sprang und das Ding irgendwie am Keeper vorbei in die Maschen eierte, stand die Halle komplett Kopf. Ich habe mal diese letzten Sekunden in meiner Radioreportage rausgeschnitten:

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    Unfassbare Stimmung, neben mir am Kommentatorentisch saßen Marc Stenske und Carsten Lange, wir sind beim entscheidenden Tor kollektiv ausgerastet. Es war der verdiente und angemessene Höhepunkt eines unglaublich intensiven, spannenden Spiels gegen eine individuell erstklassige Mindener Mannschaft. Die Grün-Weißen präsentierten sich in Kreuztal mit allen ihren Jungprofis, zogen einen technisch blitzsauberen Handball auf, spielten ganz stark Abwehr und überzeugten in der Offensive vor allem im Rückraum. Weiterlesen…

  • Mrz12

    Schon im Hinspiel wurde mit harten Bandagen gespielt - hier Christian Stelzenbach.

    Man darf auch mal vom Gegner schwärmen. Gerade, wenn man gegen so eine individuell starke Mannschaft wie GWD Minden II antritt. Der Respekt vor den teilweise bundesligaerfahrenen Spielern der Grün-Weißen ist beim TuS Ferndorf vor dem Top-Spiel in der Dritten Liga durchaus gegeben. Akteure wie Christof Steinert, Sören Südmeier oder Gerrit Bartsch sind eben nicht nur Hausnummern in der eigenen Spielklasse – auch in der zweiten Liga haben sie sich bereits bewiesen. Dass vor dem Duell in der Stählerwiese (Samstag hier bei der Siegener Zeitung Online im Liveticker und live zu hören bei Radio Siegen) auch wieder Diskussionen um eventuelle “Wettbewerbsverzerrung” oder Benachteiligung aufkommen, war von vorneherein klar.

    Aber da schiebt der Ferndorfer Trainer Caslav Dincic sofort einen Riegel vor:

    “Das sind die Regeln beim DHB und wir würden dies ebenso machen, wenn wir an Mindens Stelle sind. Das ist eine gute Mannschaft, sie haben starke Leute, aber auch die müssen erst mal 60 Minuten gegen uns spielen. Danach können wir über den Sieger sprechen”,

    beendet der Serbe direkt alle Spekulationen um Beschwerden oder Ähnliches. Wozu auch? Sicher ist es etwas unglücklich für den TuS, dass gerade an diesem Wochenende die 2. Bundesliga Pause hat und dadurch die Jungprofis mit ins Siegerland reisen können. Aber damit muss man nun einmal leben, da hilft kein Jammern. Im Gegenteil: So etwas kann bei einem Team wie dem TuS Ferndorf auch schnell mal eine Trotzreaktion hervorrufen und einen Zusammenhalt, der vielleicht genau das richtige Rezept gegen die von Ex-Nationalspieler Aaron Ziercke betreuten Mindener sein könnte.

    In Nordhemmern bekam Dennis Aust einen Schlag aufs Knie, gegen Minden soll er aber wieder spielen.

    Motivationsprobleme dürften die Ferndorfer aber ohnehin nicht haben, immerhin geht es um nicht weniger als die Verteidigung der hart erkämpften Tabellenführung. Diese Konstellation dürfte am Samstagabend freilich aus den Köpfen der Spieler nicht ganz wegzuhämmern sein – muss aber ausgeblendet werden. Denn dann zählt nur der Moment, nur das Spiel, nur der Gegner und der eigene Wurf.

    Aus neutraler Sicht (wenn es das am Samstagabend in der Stählerwiese denn geben sollte) wird es wohl vor allem ein schöner Handballabend werden. Wenn zwei solche Top-Teams aufeinandertreffen ist das fast schon garantiert. Und da darf man sich ruhig auch mal am Gegner freuen, wie anfangs geschrieben. Was z.B. ein Sören Südmeier bei GWD Minden nämlich spielt, ist schon ganz großes Tennis. Sein Wackler (Körpertäuschung im Zweikampf) ist Ligaspitze, dazu kommt ein extrem talentierter Christof Steinert im Rückraum (Dincic: “Den sehe ich in absehbarer Zeit als Nationalspieler”), auch Torhüter Konstantin Madert ist ein erstklassiger Mann, und die 120 Tore von Linksaußen Gerrit Bartsch bedürfen auch keiner weiteren Erklärung.

  • Mrz11

    Er ist eine unbestrittene Legende im deutschen Fußball: Walter Frosch. Der zähe und beinharte Verteidiger hat sich Tausende und Abertausende Anhänger in ganz Fußball-Deutschland verschafft – und das nicht nur mit seinen sportlichen Leistungen. Frosch war es, der höchstpersönlich für die Einführung der Sperre nach vier (heute fünf) Gelben Karten verantwortlich ist. In der Zweitligasaison 1976/1977 sammelte “Froschi” bei seinem Club, dem 1.FC St. Pauli, 27 Gelbe Karten in 37 Spielen und bewog damit den DFB, die Spielsperre einzuführen. Legendär sein Kommentar, als ihn Jupp Derwall 1976 in den Kader der Deutschen B-Nationalmannschaft berufen wollte: “Nein, danke. Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft – oder in der Weltauswahl.”

    Hier im Hamburger Abendblatt gibt es noch mal einen interessanten Bericht über Walter Frosch zum Nachlesen. Über “Froschi” hält sich hartnäckig das Gerücht, er sei der einzige Fußballprofi in Deutschland, der in einem Spiel noch vor Anpfiff die gelbe Karte vom Schiedsrichter bekommen habe. Warum, ist leider nicht überliefert. Ein Zitat aus dem Bericht zeigt das feine Gespür dieses Schnauzbarts auf zwei Schienbeinschonern: Weiterlesen…