Siegerland-Sport

Jul28

“Er war mehr als einmal nach dem Spiel zitternd wie ein Blatt im Wind, so hat er sich verausgabt.”

Ist das nicht ein traumhafter Satz über einen Fußballprofi? Gesagt hat ihn der Förderer und Entdecker des neuesten Bundesligastars. Gesagt hat ihn Jorge Valdano von Real Madrid über Raúl. Der kommt. Ja, doch. Tagelang wetteiferten die Magazine, Portale und Websites mit immer neuen Wasserstandsmeldungen. “Raúl beim pinkeln an deutscher Raststätte gesichtet”, “Raúls Ehefrau trägt weiß-blauen BH – er kommt nach Schalke!” oder “Magath war spanisch essen – jetzt kommt er sicher!”

Er kommt jetzt tatsächlich, das hat der Verein auf seiner Internet-Seite bekannt gegeben. Da freut man sich auf Schalke wie Bolle und das zurecht. Der Mann ist eine Legende, ein absoluter Weltklassemann. In diesem Zusammenhang: Sagt mal, Ihr von SpiegelOnline, geht’s noch? Im heutigen Artikel schreibt Peter Ahrens:

“Ein alternder Star, nicht mehr so schnell wie früher, nicht mehr so torgefährlich, nicht mehr so geistesgegenwärtig auf dem Platz.”

Wir wollen die Kirche doch im Dorf lassen. Raúl ist nicht Ailton. Dass der Spanier, der für Real Madrid in 132 Champions-League-Spielen 66 Tore geschossen hat, gegen den einen oder anderen tumben Innenverteidiger der Bundesliga noch ein Pöttchen einnetzen wird, steht für mich außer Frage. Ein richtig geiler Transfer, der den Stellenwert der Bundesliga ganz deutlich macht. Wobei… zur Entscheidung pro Gelsenkirchen haben natürlich bei Raúl andere Sachen beigetragen als die pittoreske Stadt, das malerische Zechen-Umfeld oder die florierende Pommesbudenszene. Da wird die Kohle eine Rolle gespielt haben, aber vor allem dürfte Herrn Raúl Gonzales Blanco das Thema Championsleague interessiert haben.

“Dass er den anderen Weg genommen hat, die Herausforderung Champions League annimmt [..].”

Falsch, lieber SpiegelOnline. Genau deswegen hat Raúl Angebote aus Katar, Saudi-Arabien, Los Angeles und New York ausgeschlagen. Weil die eben keine Schämpjensliek spielen. Die hätten ihm deutlich mehr Geld überwiesen. Herr Raúl möchte aber gerne auch noch den 67. Treffer in der Championsleague machen. Damit wäre Herr Raúl nämlich dann alleiniger Rekordhalter, derzeit teilt er sich diesen Titel mit Filippo Inzaghi. Ganz klare Kiste für mich: Würde Schalke nicht Championsleague spielen, wäre Raúl nie gekommen. Aber sie tun es. Und damit haben sie einen Bombentransfer gelandet. Glückwunsch!




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