Siegerland-Sport

Mrz11

Er ist eine unbestrittene Legende im deutschen Fußball: Walter Frosch. Der zähe und beinharte Verteidiger hat sich Tausende und Abertausende Anhänger in ganz Fußball-Deutschland verschafft – und das nicht nur mit seinen sportlichen Leistungen. Frosch war es, der höchstpersönlich für die Einführung der Sperre nach vier (heute fünf) Gelben Karten verantwortlich ist. In der Zweitligasaison 1976/1977 sammelte “Froschi” bei seinem Club, dem 1.FC St. Pauli, 27 Gelbe Karten in 37 Spielen und bewog damit den DFB, die Spielsperre einzuführen. Legendär sein Kommentar, als ihn Jupp Derwall 1976 in den Kader der Deutschen B-Nationalmannschaft berufen wollte: “Nein, danke. Ein Walter Frosch spielt nur in der A-Mannschaft – oder in der Weltauswahl.”

Hier im Hamburger Abendblatt gibt es noch mal einen interessanten Bericht über Walter Frosch zum Nachlesen. Über “Froschi” hält sich hartnäckig das Gerücht, er sei der einzige Fußballprofi in Deutschland, der in einem Spiel noch vor Anpfiff die gelbe Karte vom Schiedsrichter bekommen habe. Warum, ist leider nicht überliefert. Ein Zitat aus dem Bericht zeigt das feine Gespür dieses Schnauzbarts auf zwei Schienbeinschonern:

“Den deutschen Nationalspieler Erwin Kremers, damals einer der schnellsten Bundesliga-Profis, hat Frosch kurze Zeit später bei einem Heimspiel auf dem gefürchteten, engen Betzenberg in den ersten Minuten “dreimal über die Bande gehauen, damit da Feierabend war”. Der flinke Linksaußen von Schalke 04 wurde nach 18 Minuten ausgewechselt. Dabei war Walter in der Nacht zuvor bis drei Uhr morgens mit Freunden unterwegs gewesen, als sie auf die Idee kamen, zu sechst noch einen 400-Meter-Lauf am Klubhaus zu machen. Wetteinsatz: zehn Liter Bier. Froschi hat allen 100 Meter Vorsprung gegeben – und gewonnen. Als der damalige FCK-Trainer Erich Ribbeck (“Herr Frosch, Sie könnten viel höher spielen, wenn Sie solider leben würden”) ihn acht Stunden später vorm Spiel anschaute und die roten Augen sah, sagte Froschi nur: “Bindehautentzündung.”"

Ein Athlet von Weltklasse-Format. Schade, dass sowas heute nicht mehr gebaut wird.

Hier noch einmal sein legendäres Halbzeitinterview beim NDR während des Abschiedspiels von Klaus Thomforde:

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