Zwei Personalien gaben die Ferndorfer am Donnerstag bekannt. Frieder Krause und Ceven Klatt werden in der neuen Saison nicht mehr für den TuS auflaufen. Nach zwei Saisons beim TuS Ferndorf wird der Rückraumspieler Frieder Krause den Club zum Saisonende also wieder verlassen. Krause geht zurück zu seinem alten Verein, dem RSV Eiserfeld – vorausgesetzt die Südsiegerländer halten die Klasse in der Handball-Verbandsliga. Der lange Schlaks kommt in dieser Spielzeit bei den Ferndorfern in der dritten Liga zwar auf 20 Einsätze, die hielten sich zeitlich aber meist im kleinen Rahmen. Mal hier fünf Minuten, mal da sieben Minuten – in der internen Torschützenliste weist Krause derzeit 26 Tore auf. Seine beste Ausbeute holte er mit neun Treffern beim Auswärtssieg in Hatten-Sandkrug. Es ist und war keine einfache Saison für den blonden Rechtshänder.
Mit Christian Rommelfanger hatte Krause auf halblinks einen Spieler vor sich, der vor der Spielzeit aus der zweiten Liga kam und bei Trainer Caslav Dincic erst mal gesetzt war. Wohl auch verständlich. In der Abwehr übernahm meist Tim Hilger den Part in der Mitte, Frieder Krause kam sporadisch zu Einsätzen. Doch auch als sich Rommelfanger im Oktober verletzte und mehrere Wochen ausfiel, konnte Krause sich nicht wirklich in den Vordergrund drängen. Expressi.de schrieb im November nach dem Spiel gegen Eintracht Hagen:
“Frieder Krause, der offenbar keine große Lobby besitzt, war nach dem ersten Fehlversuch draußen.”
Tatsächlich war das ein gewohntes Bild, vielleicht hätte der ehemalige und zukünftige Eiserfelder Spieler die eine oder andere Chance mehr verdient – dass Caslav Dincic bei Fehlwürfen oder anderen Fehlern gerne mal durchwechselt, ist bekannt. Für den Trainer im Haifischbecken Dritte Liga aber sicher auch nicht leicht zu entscheiden. Dass Krause eigentlich das Potential für diese Klasse hat, daran gab es beim TuS eigentlich keine Zweifel. Ein paar Kilos mehr auf den Rippen und in den Muskeln hätten dem “Langen” wohl noch gut getan. Der Student verlässt die Ferndorfer also nun wieder, schließt sich dem Club an, von dem er auch gekommen war. In der Verbandsliga (wenn der Klassenerhalt erreicht wird) will Krause helfen, in der kommenden Saison eine möglichst gute Rolle zu spielen.
Der zweite Abgang kommt – für mich – ein wenig überraschender. Ceven Klatt, Kreisläufer mit der Nummer 11, wird ebenfalls ab Sommer nicht mehr für den TuS spielen. Etwas anders als bei Krause dürfte das aber wohl eine Entscheidung sein, die mehrheitlich der Verein getroffen hat. Von “strategischen Gründen” war in der Pressemitteilung zu lesen. Das kann man nun auf mehrere Weisen deuten. Ein unausgesprochenes Geheimnis in Ferndorf ist, dass man gerne einen großen Kreisläufer hätte, kurz nach dessen Abgang (2009) fiel als Beispiel öfter der Name des altgedienten Marc Stenske als Beispiel. So etwas hat natürlich unbestritten Vorteile. Hohe Anspiele bei einer kompakten Deckung sind auf die aktuellen Spieler am Kreis Christian Stelzenbach und Ceven Klatt nicht so leicht – beide sind unter 1,90m groß. Auch in der Abwehrarbeit im Mittelblock würde ein großer Spieler helfen können. Die Entscheidung gegen Klatt könnte also tatsächlich mit seiner Größe zu tun haben. Ein Umstand, an dem er naturgemäß wenig rütteln kann.
Ceven Klatt kam vor zwei Jahren von Wermelskirchen, konnte aber beim TuS Ferndorf nicht die gleiche Torgefährlichkeit entwickeln – sicher auch der unterschiedlichen Spielweise geschuldet. In der Abwehr wurde er dagegen immer besser, ackerte in der offensiven Deckung auch in dieser Saison gut. In der Anfangsformation stand Klatt in der Saison 2010/2011 nicht mehr – hinter dem von Hüttenberg gekommenden Stelzenbach musste er zurückstecken. Trotzdem: Klatt kam in jedem Spiel zum Einsatz, mein Tipp wäre gewesen, dass er bleibt. Nun also keine Verlängerung sondern die Trennung. Einen neuen Verein hat Ceven Klatt noch nicht. Ein Ersatz für ihn ist auch noch nicht spruchreif. Im Blick (und vielleicht auch schon mehr) muss aber eigentlich jemand sein, denn sonst hätte man sich wohl nicht von einem Kreisläufer getrennt, während ein Verbleib des anderen (Stelzenbach) ebenfalls noch nicht ganz fix ist (berufliche Belastung).
Klatt ist neben Frieder Krause, David Wellen (zur Rückrunde in die zweite Mannschaft) und Christian Rommelfanger der vierte Spieler, der zur neuen Saison nicht mehr beim TuS Ferndorf spielen wird. Weitere werden folgen. Da kann man schon fast von einem kleinen Umbruch sprechen. Mehr dazu folgt.












