Wer entgegen jeglicher Vernunft gestern abend mal die Webseite von BILD-Online ansteuerte, musste glauben, wir hätten gerade Welt- und Europameisterschaft in einem Atemzug gewonnen. Liebe Sportschmierer in Hamburg: Etwas kleiner fahren, so einen geselligen 3:0-Erfolg in der EM-Qualifikation. Über die gesamte Seitenbreite prangt die heroische Erfolgsmeldung, dass Deutschland die Türkei mit 3:0 besiegt habe. Natürlich in die entsprechenden BILD-Formulierungen gekleistert (“Süper!”). Wer auch immer diese innovative Idee hatte, bei den die Türkei betreffenden Meldungen jegliche Vokale durch “ü” zu ersetzen: Bravo! Das fährt man im “Volksblatt” seit Jahren und ist noch immer gut gegangen. Aber wie gesagt… einfach etwas kleiner halten, so einen halben Rumpelsieg. Man muss auch noch Luft nach oben lassen. Was soll denn auf BILD-Online passieren, wenn wir – man stelle sich vor – demnächst die EM-Qualifikation schaffen? Automatische Nationalhymne mit Flash-Animation der Deutschen Geschichte ab 1945? Ach ja, und es ist natürlich verständlich, dass Meldungen über den Friedensnobelpreis gegenüber solch infantilem Vokalspaß zurückstecken müssen. Luft nach oben lassen, bitte.
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Okt9
0 KommentareMehr Übertreibung geht nicht
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Aug12
1 KommentarNacht der Übergangenen
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Die gute Nachricht vorweg: Päddy Helmes hat seine Chance genutzt. Der Siegerländer Fußballprofi hat beim 2:2 der deutschen Nationalmannschaft in Dänemark getroffen. Eiskalt. Direkt nach seiner Einwechslung. Besser geht’s kaum. Doch, halt. Hätte Helmes noch fünf Minuten vor Ende seine Chance verwandelt und damit den Sieg besiegelt. Das schaffte übrigens auch Mario Gomez nicht, der aber immerhin das erste Tor erzielte. Die beiden Stürmer waren bei der WM gar nicht (Helmes) oder nur wenig (Gomez) bedacht worden und versuchen jetzt alles, um Bundesjogi in dieser Hinsicht Lügen zu strafen.
“Ich bin kein Spieler, der wenn er reinkommt vier Spieler ausdribbelt. Ich brauche Spiele.”
Zitat Mario Gomez. Mag sein, aber wie viele? Die letzte Situation für Gomez, völlig frei vor Keeper Sörensen, darf man auch mal verwandeln. Aber gut. Es stellt sich eh die Frage: Was bleibt sonst von einem Länderspiel, das aufgrund der Notkader auf beiden Seiten eher wenig Aussagekraft hatte? Vielleicht, dass man nach einer WM so früh kein Länderspiel ansetzen sollte. Immerhin: Für die Ausgangssituation war die Partie ganz nett anzusehen. Bis auf Wieses Frisur… Sowas gehört vom Schiedsrichter verboten.
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Aug10
0 KommentareFall Gomez: Dänen lügen nicht
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Hatte während der WM viel Zeit, Autogramme zu schreiben und jetzt seine große Chance: Mario Gomez. Foto von: Thomas Duchnicki :: Location Scout
Wenn nicht jetzt, wann dann? Um mal einen Handballsong zu zitieren. „Jetzt“ heißt: Mittwochabend. Da spielt der WM-Dritte Deutschland gegen Dänemark, das erste Länderspiel nach Südafrika. Und in Kopenhagen wird es ein Freundschaftsspiel der alten Schule sein. Das heißt, ein angestrengter aber eher schwacher Gegner, zahlreiche Stammspieler haben urplötzlich „Adduktoren“ und fehlen, Neulinge wie Sascha Riether, die normalerweise nicht mal in die Nähe eines DFB-Trikots kommen, dürfen ran.
Nichts zu beanstanden, soweit. Aber etwas zu erwähnen: Die große Chance des Mario Gomez, schreibt auch der Kicker. Klose fehlt, Podolski fehlt, Cacau fehlt, Kießling fehlt, Müller fehlt. Wenn nicht jetzt, wann sollte der 35-Millionen-Mann sonst auf sich aufmerksam machen? Gomez steht unter Druck, er muss mindestens eine respektable Leistung bringen, wenn er sich Bundesjogi Löw weiter aufdrängen will. Der Stürmer hat in den letzten Wochen in der Nationalmannschaft wenig Punkte auf der „Eiskalten Torjägerskala“ gesammelt – jetzt wäre es Zeit dafür. So oder so: Die Dänen werden den Fall Gomez etwas klarer werden lassen.
Übrigens ist die Abwesenheit der etatmäßigen Spieler (vor allem im Sturm) auch eine Chance für den Alchener Patrick Helmes. Der Siegerländer in Diensten von Bayer Leverkusen ist nominiert und vor allem heiß auf einen Einsatz im weißen Trikot.
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Jul20
0 KommentareOlli, Jogi und Hansi: Supi weiter!
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- Die Verhandlungen waren erst etwas verwaschen, jetzt ist alles klar.
Foto von: jayne bild
Perfekt! Die Verkleinerungsfraktion macht weiter! Olli, Jogi, Hansi und Andi haben ihre Verträge verlängert. Jogi Löw bleibt mindestens bis 2012 Bundestrainer in Deutschland. Genau so haben Oliver Bierhoff, Andreas Köpke und Hans Flick verlängert. Sauber, Löw! Eine Entscheidung, die die Amtsmüdigkeit von Dr. Teo Zwanziger vielleicht wegbläst. Erst wurde vermutet, es dauert bis Ende Juli, bis man sich einigt. Das ging jetzt schneller. Kohle, halt. Der DFB konnte nach der erfolgreichen WM und dem enormen Imagegewinn der Mannschaft nach Südafrika ja gar nicht anders. Wobei beide Parteien das Wort “Kohle” wohl nicht in den Mund nehmen werden, sondern daraus als Hauptgrund für die gute Einigung “Konzept” machen werden. Aber das ist auch in Ordnung so. Weiter geht’s mit dem Gute-Laune-Stil beim DFB. Jogi, Hansi, Andi und Olli sei Dank.
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Jul15
0 KommentareDer WM-Urlaub des Herrn S.
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- Trägt gerne mal Hemden mit Message: Bastian S.
Foto von: SpreePiX – Berlin
Im Moment macht er einfach alles richtig… Bastian Schweinsteiger ist eine coole Sau. Entschuldigung, aber das darf man wohl mal sagen. Weltklasse-WM gespielt, überragende Rolle in der DFB-Elf gespielt, Marktwert gesteigert, Deutschland ein Gesicht gegeben. Und jetzt das: Keine drei Tage ist Bastian S. wieder zuhause in München, kickt er schon wieder.
Aber nicht irgendwie, irgendwo und mit irgendwas. Nahein! Unser „Holzkopf“ (so nennen ihn seine Freunde) streichelt ein paar Bälle mit Kumpels in München. Im Trikot von Englands Superstar Frank Lampard! Super Aktion. Weiterlesen
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Jul14
0 KommentareTackling am Hochzeitstag
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- So sieht ein Kapitän aus. Emotional leading pur.
Foto von: onkel_wart
Das ist Timing. Gerade, als Philipp Lahm medienwirksam und mit Lederunterhose (Tracht!!) in seine Hochzeitskutsche steigt, fährt Michael Ballack ihm kurz aber bestimmt in die Parade. Bei seiner offiziellen Vorstellung bei Bayer Leverkusen hat der „Capitano“ nämlich auch ein paar Worte für den Streit um die Binde (die am Arm) übrig.
“Für mich ist das eigentlich kein Thema. Ich bin Kapitän der Nationalmannschaft.“
Ei, ei, ei. Muss Jogi da jetzt mit dem Schal dazwischen hauen? Lahm hatte bei der – zumindest imagemäßig – erfolgreichen WM in Südafrika die Deutsche Mannschaft als Kapitän auf’s Feld geführt. Weil Ballack nach Boateng-Ramme in der Reha war. Noch während des Turniers machte Lahm deutlich, dass er die Binde nicht mehr hergeben will. Freiwillig. Ballack schien das gar nicht zu gefallen, er reiste recht zügig wieder aus dem DFB-Quartier ab. Hatte scheinbar keine Lust mehr mit dem Bindenklauer PlayStation zu spielen.
Und jetzt? Sagt Ballack: „Die Nationalmannschaft ist kein Wunschkonzert.“ Da hat er recht. Jogi wird seinen Kapitän hoffentlich selbst und unmissverständlich bestimmen. Ich frage mich sehr unmissverständlich, warum es nicht Bastian Schweinsteiger wird. Weiterlesen
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Jul11
2 Kommentare11 Freunde ohne Anfassen
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- Ist das der DFB-Ausgehanzug 2012 ??
Foto von: Leather Gay – Nahkahomo
Huch! Schwule Fußballer? Und dann noch in der Nationalmannschaft? Sollte das große Tabu der Szene tatsächlich gebrochen, durchschritten, zermalmt und zurückgelassen werden? Im Spiegel wird Dr. Michael Becker, der Berater von Dr. Michael Ballack, zitiert, es ist von einer „homosexuellen Verschwörung“ im DFB-Team die Rede.
Klar, dass es da jedem BILD-Sportmenschen, der was auf sich hält, feucht den Rücken herunterläuft und die „Zeitung“ das großzügig aufgreift. Unter dem Schlagwort „Schwulen-Combo“. Klingt verdächtig nach einer männerlastigen Tanzgruppe, die von Detlef „Dee“ Soest gecoacht wird – soll aber tatsächlich eine Gruppierung mehrerer homosexueller Fußballer sein. Weiterlesen
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Jul8
0 KommentareAlles halb so wild, ihr Schminker!
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Ist doch alles halb so wild! Möchte man den schminke-verschmierten Eventmenschen auf irgendwelchen Fanmeilen von Kiel bis Konstanz zurufen. Deutschland hat verloren, mit 0:1 gegen Spanien. Verdient. Hochverdient, wenn man sich die neunzig Minuten ohne eine dieser schwarz-rot-goldenen Brillen ansieht, wie sie derzeit in sind. Unsere Jungs haben in Südafrika bisher ein Bombenturnier gespielt, sie sind weiter gekommen, als das wohl die meisten wirklich vermutet hätten. Sie haben tollen Fußball gezeigt und vor allem: Anderen Fußball gezeigt, als man das bisher von unserer „Turniermannschaft“ kannte. Die DFB-Elf hat begeistert, hat für Hymnen in der ausländischen Presse gesorgt und wir haben uns ordentlich Respekt verschafft. Außerdem haben wir kleines dickes Diego abgeschossen, das sollte doch wohl auch was zählen!
Jetzt ist aber eben Schluss, und das völlig zurecht. Zu mutlos, zu vorsichtig, zu beeindruckt waren die Lahms, Khediras und Trochowskis im Halbfinale gegen die Spanier. Weiterlesen




